Verzinsung im Mittel bei 2,4 Prozent

Versicherer erhöhen Überschussbeteiligungen weiter

Nach Jahren mit niedrigen Zinsen wirkt sich der erhöhte Leitzins auf die Überschussbeteiligungen bei Versicherern nun weiter positiv aus. Indem sie ihre Zinszusatzreserve anzapfen, können viele Gesellschaften ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Verträge bieten. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Morgen & Morgen.
© picture alliance / imageBROKER | Schoening Berlin
Viele Versicherer erhöhen das zweite Jahr in Folge ihre Überschussbeteiligungen.

37 Versicherer erhöhten zum Jahreswechsel ihre Überschussbeteiligung. Das sind 17 Gesellschaften mehr als im vergangenen Jahr. 13 Versicherer halten ihre Überschussbeteiligung konstant. 42 Versicherer bieten inzwischen mindestens 2 Prozent Verzinsung, so eine aktuelle Auswertung der Zahlen von 50 Versicherern durch das Analysehaus Morgen & Morgen. Demnach liegt die Überschussbeteiligung nur noch bei acht Gesellschaft unter 2 Prozent.

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„Der Trend, die Überschüsse zu erhöhen, setzt sich marktweit fort und führt dazu, dass inzwischen ein Großteil der Gesellschaften ihren Kunden eine Verzinsung von mindestens 2 Prozent bietet“, fasst Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei Morgen & Morgen, zusammen.

Indexpolicen und neue Klassik bieten höhere Beteiligungen

Konkret liegen die laufenden Verzinsungen aller 50 Gesellschaften im Mittel dieses Jahres bei 2,4 Prozent (2023: 2,1 Prozent). Bei einem Versicherer sind es sogar 3,25 Prozent (2023: 3 Prozent) und die geringste Verzinsung liegt bei 1,6 Prozent (2023: 1,25 Prozent). Insbesondere bei Indexpolicen und Tarifen der neuen Klassik seien höhere Beteiligungen zu erkennen, heißt es.

Der Grund liege in den Zinszusatzreserven. Hier müssten die Versicherer keine Aufwände mehr stemmen, da der Referenzzins konstant bleibt und nicht wie in den vorherigen Jahren sinkt. Damit sind die Versicherer nicht mehr gezwungen, Geld in die Zinszusatzreserve zu stecken. Das war in der Phase stetig sinkender Zinsen noch notwendig, damit sie höhere Garantiezinsen für Altverträge sichern.

In den Geschäftsberichten der Versicherer für 2022 ist bereits zu sehen, dass sie die Zinszusatzreserve nicht weiter aufgebaut haben. Fast alle Versicherer haben sie sogar verringert. „Über 3 Milliarden Euro wurden 2022 branchenweit aus der Zinszusatzreserve frei. Im Vorjahr wurden noch rund 8,5 Milliarden zugeführt“, sagt Saal, „die daraus resultierenden Erträge lassen Spielraum für eine höhere Überschussbeteiligung, die den Kunden zugutekommt.“

Morgen & Morgen: Die laufende Verzinsung 2024 für 50 analysierte Versicherer

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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