Pfefferminzia: Sie sind vor zehn Jahren als reiner Photovoltaikversicherer in Deutschland gestartet und bieten mittlerweile auch Wohngebäude-, Hausrat- sowie Privathaftpflicht-Versicherungen an. Was ist Ihnen bei der Konzeption Ihrer Produkte wichtig?
Josef Stockinger: Als stärkster Versicherer und Qualitätsführer am Heimmarkt legen wir auch in unseren Aktivitäten in Deutschland Wert auf praxisnahe Versicherungslösungen. Unsere Kunden sollen wissen, was sie kaufen. Unnötiger Schnickschnack darf den Blick auf einen guten, substanziellen Versicherungsschutz nicht verstellen.
Sie haben gerade den 100.000sten Vertrag verbuchen können. Welches Ihrer Produkte ist hierbei am beliebtesten und worauf führen Sie das zurück?
In der Photovoltaikversicherung waren wir am deutschen Markt zweifellos unter den Vorreitern und konnten die österreichischen Erfahrungen mit alternativen Energieanlagen einbringen. Aus dem Nischenprodukt Photovoltaik haben wir bei unseren Vertriebspartnern Anerkennung und Vertrauen auch für andere Versicherungssparten, etwa für die Private Haftpflichtversicherung oder unsere Hausratsversicherung DaHeim Premium, gewinnen können.
Sind in näherer Zukunft weitere Produkte geplant?
Wir arbeiten an Updates für die bestehenden Produkte. Dabei sollen Hinweise unserer Maklerpartner ebenso eingebaut werden wie die Möglichkeit, die privaten Sachversicherungen der Kunden noch besser miteinander kombinieren zu können. Über zwei in Vorbereitung befindliche Onlineprodukte werden wir rechtzeitig vor dem Start informieren. Aktuell sind wir dabei, die notwendigen Anpassungen für den Start der IDD 2018 umzusetzen, was natürlich auch Ressourcen beansprucht.
Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, das Serviceangebot für ihre Vertriebspartner konsequent zu verbessern. Welche Maßnahmen sind hier in Arbeit?
Als „Keine Sorgen Versicherer“ wollen wir auch bei steigenden Vertrags- und Kundenzahlen unsere Philosophie des persönlichen Ansprechpartners, Erreichbarkeit und Handschlagqualität zu unseren Partnern bringen. Für den Oktober planen wir deshalb an sechs Standorten bundesweit Maklermeetings, in denen wir ganz praktisch zeigen wollen, wie die Schadenbehebung bei Wasser- und Brandschäden mit professionellen Partnern funktioniert. Der Start wird am 4. Oktober in Stuttgart sein.
Der persönliche Service soll weiterhin durch sinnvolle technische Maßnahmen unterstützt werden. Die Neugestaltung der Homepages für Makler und neu auch für den Endkunden war dafür ein wichtiger Baustein. Weitere Schritte werden in unserem Bestandsführungssystem für Makler IBO folgen.
Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen im Versicherungsmarkt und wie wollen Sie diesen begegnen?
Die ganze europäische Versicherungswirtschaft stöhnt unter der aufsichtsrechtlichen Bürokratie und den damit verbundenen Kosten. Als mittleres Versicherungshaus sind wir wendiger, als die großen Tanker der Branche. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern der Schnellere überholt den Langsamen. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Digitalisierung mit einer Konzentration auf unsere Stärken zu einer Chance für unser Haus machen können.
Sie haben die neue EU-Richtlinie bereits angesprochen. Wie wird IDD den Versicherungsvertrieb Ihrer Ansicht nach in Deutschland verändern?
Die Vorgaben der europaweiten Vertriebsrichtlinie IDD zwingen zur Vereinheitlichung der Verkaufsprozesse und zu einer noch stärkeren Vereinfachung, um dem Kunden das Produkt auch verständlich darstellen zu können. Die vielen Auflagen für den Vertrieb werden insgesamt zu einer Schrumpfung im Bereich der Ausschließlichkeitsorganisationen, der Vertriebe und auch in der Maklerlandschaft führen.
Welche Ziele haben Sie sich für die nächsten zehn Jahre gesteckt?
Wir setzen auf gesundes, kontinuierliches Wachstum mit Nachhaltigkeit. Für die Oberösterreichische sind Verlässlichkeit und Handschlagqualität wesentliche Bestandteile unseres unternehmerischen Leitbildes. Wir wollen auch künftig unsere Partner kennen und mit ihnen auf Augenhöhe kommunizieren ? mit allen modernen Kommunikationstechniken, letztlich aber immer mit dem persönlichen Kundenfokus.