Experiment zeigt

Selbst die Grundrente schützt nicht vor Geldnöten

Die neu geschaffene Grundrente soll Altersarmut für diejenigen Rentner verhindern, die jahrzehntelang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, und dennoch eine geringe Rente beziehen. Doch geht diese Rechnung auf? Das sollte ein Experiment des TV-Senders RTL ermitteln. Was dabei herauskam, lesen Sie hier.
© picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) steht anlässlich der Verabschiedung der Grundrente im Juli 2020 vor dem Bundestag.

Ab Juli sollen all jene, die neu eine gesetzliche Rente beziehen, die Grundrente erhalten, wenn sie dazu berechtigt sind. Vor knapp einem Jahr wurde diese Zulage zur Rente beschlossen. Wer mindestens 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt und dabei wenig verdient hat, soll diese Unterstützung bekommen.

Mehr zum Thema

Altersvorsorge-Institut übt scharfe Kritik an der Grundrente

Scharfe Kritik übt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) an der geplanten Einführung der Grundrente…

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Grundrente

Mehr zum Thema finden Sie hier.

Erste Grundrenten-Bescheide werden im Juli verschickt

Die Grundrente soll die Altersrente von Menschen aufwerten, die lange Jahre gearbeitet, aber dabei unterdurchschnittlich…

Zum 1. Januar 2021 war das Gesetz in Kraft getreten. Die Umsetzung indes lässt aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands noch auf sich warten, so die Deutsche Rentenversicherung. Mögliche Ansprüche auf die Grundrente von Rentnern, die aktuell bereits Rente erhalten, werden nach und nach geprüft. Mit den ältesten Jahrgängen werde hier begonnen.

Reicht die Grundrente wirklich, um vor Altersarmut zu schützen?

Doch reicht die Grundrente, um Altersarmut wirklich zu verhindern? Dieser Frage war der Fernsehsender RTL bereits Anfang des Jahres mit einem Experiment nachgegangen. Die 48-jährige verheiratete Verkäuferin Sabrina testete, inwiefern sie mit diesem Zuschlag zu ihrer wahrscheinlichen Rente auskommen würde. Sie hatte nach der Geburt ihrer Tochter nur noch in Teilzeit gearbeitet, zahlt aber bereits seit 31 Jahren in die gesetzliche Rentenkasse ein. Ihre jährliche Renteninformation weist aktuell eine monatliche Rente in Höhe von 482 Euro aus.

Mit der Grundrente bekäme sie 850 Euro brutto. Das sind 700 Euro netto. Abzüglich aller Fixkosten (unter anderem 362 Euro für Miete, 60 Euro für Strom/Gas/Internet, 25 Euro für Handy- und Festnetzanschluss und 20 Euro für  Sachversicherungen) bleiben ihr in dem RTL-Experiment 172 Euro übrig.

Dieses Geld müsste nun eigentlich für vier Wochen reichen. Das Experiment dauert zwei Wochen, also muss Sabrina mit 86 Euro auskommen. Am Ende der 14 Tage hat sie noch 3 Euro übrig. Das Schlimmste sei der Verzicht auf die Freizeit gewesen, gibt die Verkäuferin an. Schon so viel Geld ausgegeben zu haben, und noch einige Tage oder Woche würden vor ihr stehen – da habe sie ziemliche Panik gehabt, sagt sie.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia