Umfrage zeigt

Viele Berater wissen nichts von ihrer Abfragepflicht zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird für Kapitalanleger immer wichtiger. Entsprechend steigt auch der Informationsbedarf zu diesem Thema. Vielen Beratern ist laut einer aktuellen Umfrage dabei nicht klar, dass sie voraussichtlich ab Ende 2021 verpflichtet sein werden, Privatkunden nach deren Nachhaltigkeitspräferenzen zu befragen.
© Union Investment
Das Thema Nachhaltigkeit sollten Anlageberater auf der Uhr haben, denn die Bedeutung steigt.

Die Anlage von Vermögen unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte wird für Investoren hierzulande immer wichtiger. Eine Umfrage des Fondsgesellschaft Union Investment unter 301 Bankberatern zeigt, dass Nachhaltigkeit schon für ein Drittel ihrer Kunden ein relevanter Aspekt bei der Anlageentscheidung ist.

Tendenz: deutlich wachsend. Während nachhaltige Geldanlagen nach Ansicht von 65 Prozent der Befragten auf Sicht von zwölf Monaten wichtig oder sehr wichtig sein werden, prognostizieren das auf Sicht von fünf Jahren sogar 90 Prozent.

Mehr zum Thema

Nachhaltigkeitsberichte deutscher Versicherer zu unverständlich

In der achten Auflage der Verständlichkeitsstudie von AMC und Communication Lab kommen die deutschen Versicherer…

Nachhaltigkeitskriterien in der Altersvorsorge immer wichtiger

Nachhaltigkeitskriterien bei der Altersvorsorge gewinnen für die Bundesbürger immer mehr Relevanz. So halten 48 Prozent…

Nachhaltige Geldanlagen kommen besser durch die Corona-Krise

Nachhaltige Investments haben sich in der Corona-Krise besser entwickelt als konventionelle Geldanlagen. Das geht aus…

Die Berater selbst spielen dabei aber eine große Rolle, denn der Kenntnisstand ist bisher eher gering. Die Berater stufen die Nachhaltigkeitskenntnisse eines erheblichen Teils ihrer Kunden (40 Prozent) als eher gering ein. Gleichzeitig schätzt die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) auch den Schulungsbedarf innerhalb der Banken als hoch oder sehr hoch ein.

Neue gesetzliche Anforderungen oft unbekannt

Denn: 95 Prozent der befragten Berater gaben an, den EU-Aktionsplan für eine nachhaltige Ausrichtung des Finanzwesens nicht oder nur ungenau zu kennen. Und 48 Prozent der Berater ist noch nicht bekannt, dass sie voraussichtlich ab Ende nächsten Jahres dazu verpflichtet werden sollen, die Bankkunden nach deren Nachhaltigkeitspräferenzen zu fragen.

Bei der Beratung sehen die Anlage-Experten vor allem die hohe Komplexität des Themas als Hemmnis, ebenso das sehr unterschiedliche individuelle Wertegerüst der Kunden (jeweils 50 Prozent). Weitere Herausforderungen stellen den Beratern zufolge der fehlende Wirkungsnachweis nachhaltiger Aktivitäten oder Investments (46 Prozent) und das Fehlen einer einheitlichen Definition von Nachhaltigkeit (44 Prozent) dar.

Quelle: Union Investment

„Nachhaltigkeit bedeutet für jeden etwas anderes. Unsere Studie belegt die Hoffnung auf einheitliche Nachhaltigkeitsstandards. Es ist unglücklich, dass das angekündigte Klassifizierungssystem der Europäischen Union erst nach Einführung der Nachhaltigkeitspräferenzabfrage zur Verfügung stehen dürfte. Das kann für Unsicherheit in der Beratung sorgen“, sagt Anja Bauermeister, Abteilungsleiterin Publikumsfonds bei Union Investment. „Umso wichtiger wird es, das individuelle Nachhaltigkeitsverständnis jedes Kunden im persönlichen Beratungsgespräch zu erfassen.“

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia