„Das Nachhaltigkeitsbarometer“

Klimaschutz steht bei Versicherern ganz oben

Das internationale Nachhaltigkeitsziel 13: „Maßnahmen zum Klimaschutz“ ist den deutschen Versicherern aktuell am wichtigsten. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommt „Das Nachhaltigkeitsbarometer“, eine Erhebung unter 25 großen deutschen Versicherern. Lesen Sie hier weitere Erkenntnisse.
© picture alliance/dpa/- | Sebastian Schmitt
Häufiger und heftiger auftretender Starkregen führt oft zu Schaden und damit zu Leistungen seitens der Versicherer.

Die Nachhaltigkeitsziele, die deutsche Versicherer am häufigsten nennen, lauten: Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz; Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum; Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen sowie Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie. Das ergab eine Umfrage des IT-Dienstleisters Msg Systems in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut V.E.R.S. Leipzig. Im Rahmen des German Sustainability Networks (GSN) erstellten sie die Studie „Das Nachhaltigkeitsbarometer“. Darin untersuchten sie die 25 größten deutschen Versicherer – darunter Allianz, Axa, Generali, ERGO und Zurich – zu ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten .

Nachhaltigkeit ist in der Vorstandsebene angekommen

Demnach geben 22 Versicherer an, bei ihnen sei die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit auf Vorstandsebene angesiedelt. In 23 Unternehmen gebe es eine hauptverantwortliche Person für das Thema, 22 Unternehmen haben sogar einen Nachhaltigkeitsbeauftragten ernannt. Ebenfalls 22 Unternehmen sagen, sie haben ihre Ziele in einer entsprechenden eigenen Nachhaltigkeitsstrategie formuliert.

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Alle Unternehmen geben an, Nachhaltigkeit in der Produktentwicklung von KFZ-, Hausrat- und Wohngebäude- sowie Lebensversicherungen zu berücksichtigen. So würde es einen eigenständigen Versicherungsschutz für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben geben oder spezielle Erweiterungen in bestehenden Tarifen. Oder es würden reduzierte Beiträge für Neubauten veranschlagt, die nach Umweltgesichtspunkten zertifiziert sind.

Auch im Schadenmanagement werde mehr auf nachhaltigeres Handeln geachtet. Dort geben allerdings bislang nur 16 Unternehmen an, energetische Umbaumaßnahmen bei Hausrat und Wohngebäude voranzutreiben.

Reduktion der Treibhausgasemissionen vorangeschritten

Diese Ergebnisse zeigten, dass sich die Branche mit dem Thema auseinandersetze und entsprechende Strukturen schaffe, heißt es in der Studie. In der Kapitalanlage seien die Ambitionen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen der Versicherer bereits weit vorangeschritten. Alle Unternehmen berichten der Erhebung zufolge, dass sie bereits Maßnahmen zur CO2-Reduktion ergriffen haben.

24 Unternehmen arbeiten mit Ausschlüssen für kontroverse und/oder konventionelle Waffen, kohlebasierte Geschäftsmodelle und/oder Infrastrukturen und achten auf Verstöße gegen Arbeits- beziehungsweise Menschenrechte. Ein Unternehmen verzichtet auf explizite Ausschlüsse zugunsten einer hinreichenden Risikostreuung und bindet stattdessen Risikoanalysen zur Nachhaltigkeit seinen Investmentprozess mit ein. Die Studie zeigt auch, dass 21 Versicherer nachhaltigkeitsbezogene Ratings und/oder Indizes im Rahmen ihres Investmentprozesses berücksichtigen und dabei am häufigsten auf Daten und Dienstleistungen von MSCI ESG Research zurückgreifen.

Nachhaltigkeit beim Underwriting

Nur wenige Unternehmen nennen allerdings Impact Underwriting mit positiver sozialer Wirkung, zum Beispiel Versicherungslösungen für strukturschwache Regionen und Schwellenländer. Ausschlusskriterien im Underwriting werden von neun Versicherern definiert, wobei kohle-, öl- und gasbasierte Geschäftsmodelle sowie Geschäftspraktiken mit kontroversen Waffen am häufigsten genannt werden. Im Fokus stehen dem „Nachhaltigkeitsbarometer“ zufolge eher das Zeichnen von Risiken, die eine positive ökologische Wirkung erzielen können, insbesondere bei erneuerbaren Energien.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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