Corona-Krise

Weshalb Impfstoff und Medikamente nicht alternativlos sind

Im Zusammenhang mit dem neuen Corona-Virus SARS CoV-2 geht es in der öffentlichen Diskussion primär um zwei Themen: Impfstoff und Medikamente. Dabei werden jedoch andere wesentliche Komponenten fast immer vergessen.
© picture alliance/Ole Spata/dpa
Damit ein Impfstoff verantwortungsvoll entwickelt werden kann, bedarf es häufig jahrelanger Forschung und Erprobung

Damit ohne Impfstoff eine erneute exponentielle Ausbreitung des neuen Corona-Virus vermieden werden kann, wäre eine sogenannte Herdenimmunität erforderlich. Immer unter der Voraussetzung, dass das Virus nicht so schnell mutiert, wie es bei den Influenza-Viren der Fall ist. Wie in den vergangenen Wochen regelmäßig zu lesen und hören war, wäre für eine entsprechende Immunität notwendig, dass sich 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem Virus infizieren.

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Kanzleramtschef Helge Braun äußerte erst kürzlich, dass hierzu etwa 73.000 Neuinfektionen pro Tag notwendig seien, um eine solche Herdenimmunität innerhalb von 18 Monaten zu erreichen. Hier wird befürchtet, dass dies unser Gesundheitssystem, allen voran die Intensivstationen der Krankenhäuser, überlasten könnte. Die einzigen Alternativen, die deshalb infrage kämen, um möglichst alles wieder wie vor dem Corona-Shutdown laufen lassen zu können, wäre die Entwicklung von wirksamen Medikamenten für die Akutbehandlung und präventiv von Impfstoffen. Nur so könnte eine Überlastung des Gesundheitswesens vermieden werden.

Ausgehebelte Regularien bergen enorme Gefahren

Damit ein Impfstoff verantwortungsvoll entwickelt werden kann, bedarf es häufig jahrelanger Forschung und Erprobung. Dafür gibt es strenge Regeln und das ist auch gut so. Denn es muss sichergestellt sein, dass mögliche Risiken und Nebenwirkungen deutlich geringer sind, als der Nutzen, welcher sich durch einen Impfstoff ergibt. So können Jahre zwischen der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes und dessen Zulassung vergehen. So lange können wir jedoch nicht warten, um die Wirtschaft wieder komplett hochfahren zu können, denn die Folge wäre: Impfstoff entwickelt – Patient Wirtschaft tot.

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Deshalb wird bereits seit Wochen diskutiert, diese Regularien aufzuweichen, um so schneller einen Impfstoff zur Verfügung zu haben. Welche Folgen eine unzureichende Prüfung und zu schnelle Zulassung von Medikamenten haben kann, war leider im Zusammenhang mit dem Beruhigungsmittel Contergan in den sechziger Jahren zu sehen. Da es auch gegen die typische morgendliche Schwangerschaftsübelkeit half, wurde es vielen Schwangeren verschrieben. In der Folge kamen weltweit tausende von Kindern mit schweren Missbildungen zur Welt. Daraus hatte man gelernt und deutlich strengere Regularien für die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten im Rahmen des Arzneimittelrechts erlassen.

Weder wirksame Medikamente noch Impfstoffe sind alternativlos

Heute wissen wir über das neue Corona-Virus mit der Bezeichnung SARS CoV-2 und der durch dieses verursachten Erkrankung Covid-19 deutlich mehr, als noch vor ein paar Monaten. So ist beispielsweise bekannt, dass sich das Virus an ACE-II Rezeptoren von Zellen andockt, um darüber seine RNA in die Zelle zur Reproduktion des Virus zu injizieren. Auch das bereits 2003 aufgetretene Corona-Virus SARS, heute SARS CoV-1 genannt, nutzt exakt den gleichen Weg.

Damals sammelte man bereits mit diversen Pflanzenstoffen gute Erfahrungen, welche das Andocken des Virus an diese Rezeptoren zumindest erschwert, wodurch es sich weniger schnell vermehren kann. Natürlich sind diese Pflanzenstoffe noch nicht mit abgeschlossenen Studien beim aktuellen SARS CoV-2 erforscht. Dafür ist bisher viel zu wenig Zeit vergangen. Das gilt aber auch für die aktuellen Medikamente, die erforscht werden und eigentlich für die Behandlung von Ebola oder Pankreas-Entzündungen entwickelt und zugelassen sind.

Eine parallele Erforschung der Pflanzenstoffe hat damit zumindest eine gleichwertige Berechtigung, da die Nebenwirkungen deutlich geringer sind. Weiterhin werden immer mehr Erkenntnisse bekannt, dass nicht nur Menschen hohen Alters von schweren Verläufen durch Covid-19 betroffen sein können, sondern vor allem Menschen mit bestehenden schweren Vorerkrankungen. Auch Menschen mit Übergewicht und Adipositas sind neuen Erkenntnissen zufolge verstärkt von schweren Krankheitsverläufen betroffen.

Es erstaunt, dass dies für viele Forscher eine so überraschende Erkenntnis zu sein scheint. Denn gerade Übergewicht und Adipositas sind sehr häufig Auslöser für jene Zivilisationskrankheiten, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von Covid-19 festgestellt wurden, wie Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Herz-Kreislauferkrankungen und einige Krebsarten. Meist leiden diese Personen unter stillen Entzündungen, welche das Immunsystem belasten und ständig triggern. So hat es weniger Ressourcen, eindringende Erreger und Viren abzuwehren.

Weiterhin schüttet das Organfett (Viszeralfett) proentzündliche Stoffe (Zytokine) aus. So werden die Entzündungsgeschehen immer weiter angefacht. Für die Regulierung des Immunsystems werden, unter anderem, proteolytische Enzyme benötigt. Je mehr entzündliche Prozesse im Körper vorhanden sind, desto mehr dieser Enzyme werden verbraucht. Damit stehen diese unter Umständen nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung, um ein Zytokinsturm bei einer durch SARS CoV-2 ausgelösten Lungenentzündung zu vermeiden.

Kommen zu vielen Entzündungsgeschehen nun noch ein höheres Alter hinzu, kummulieren sich die Risiken. Denn mit höher werdendem Alter sinkt die Enzymproduktion und damit die Serumkonzentration im Körper. Genau das sind primär die Patienten, die unter besonders schweren Verläufen mit intensivmedizinischer Betreuung in den Krankenhäusern leiden und häufig daran versterben.

Prävention und Stärkung des Immunsystems

Genau hier könnten wir jedoch sehr gut ansetzen, um die Zahl der Risikopatienten zu reduzieren. Mit massiven Aufklärungsaktionen im Bereich Ernährung und der finanziellen Unterstützung individueller Beratungen und Diagnosen sowie einkommensschwacher Familien, könnte das innerhalb weniger Wochen erreicht werden. Damit würde gleichzeitig langfristig das Gesundheitswesen entlastet, da Behandlungs- und Medikationskosten sinken würden. Ebenfalls könnte sehr vielen Menschen das Leben gerettet werden. Rein statistisch sterben in Deutschland jede Stunde drei Menschen allein an den Folgen von Diabetes Typ II. Das sind im Jahr über 26.000 unnötig verstorbene Menschen – nur in Deutschland.

Weiterhin könnte mit einer individuell artgerechten Ernährung in Kombination mit sportlicher Betätigung, das Immunsystem sehr vieler Menschen deutlich gestärkt werden. Größere Nährstoffmängel müssten individuell und zielgerichtet durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel aufgefüllt werden. Gerade die Fehlernährung mit einem viel zu hohen Anteil von Zucker erhöht das Risiko für entzündliche Prozesse und Zellschädigungen.

Die Folgen der erwähnten Maßnahmen wären:

  • Weniger starke Krankheitsverläufe
  • Geringere Zahl notwendiger Hospitalisierungen
  • Geringere Zahl von Personen auf der Intensivstation

Wir müssen also nicht jahrelang warten, bis Impfstoffe und/oder Medikamente vorhanden sind, oder alternativ die Regularien deren Zulassung außer Kraft setzen. Wir könnten sofort Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und in der Folge auch der Wirtschaft unternehmen. Die Schwere pandemischer Krankheitsverläufe einer Bevölkerung bemisst sich an der Kompetenz ihrer Immunsysteme, vor allem von Kranken, Schwachen und Alten.

Das Gute daran ist: In sehr vielen Fällen liegt das in der Verantwortung des Einzelnen. Gleichzeitig ist das jedoch auch die größte Herausforderung, denn es bedeutet, dass man für sich selbst die Verantwortung übernehmen muss.

Natürlich verursachen solche Maßnahmen auch finanzielle Kosten. Diese lägen jedoch deutlich unter den Aufwendungen, die aktuell zur Stützung der Wirtschaft notwendig sind und der zu erwartenden Folgekosten durch eine große Zahl anstehender Insolvenzen. Es wäre auch eine gute Investition in die Zukunft. Denn SARS CoV-2, wird nicht das letzte, neue Virus sein, das eine Pandemie auslösen kann. Und es ist, trotz der vielen Todesfälle, weit weniger gefährlich, als die Bundesregierung in einem Szenario (ab Seite 55) nach SARS CoV-1 angenommen hatte.

Autor

Joachim Haid ist Gründer des Gesundheitsprogramms PaleoMental®, zudem Gesundheitscoach und Heilpraktiker in Ausbildung.

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