Bald 1,33 zu 1

Wie Babyboomer das Kräfteverhältnis in der Rente verschieben

Das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern verschiebt sich weiter – in Richtung Rentner. Jetzt hat das Institut der deutschen Wirtschaft ausgerechnet, wo die Reise hingeht und was die Haltelinie von 48 Prozent bewirkt. Und was nicht.
© picture alliance / photothek.de | Amrei Schulz
Junge Frau und Seniorin Arm in Arm: 1,66 Beitragszahler finanzieren derzeit einen Rentner

Inmitten der Diskussion um die Zukunft der Rente (Stichwort: Rentenpaket 2025) hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ausgerechnet, wie sich demnächst die Kräfteverhältnisse verschieben. Denn dass demnächst eine große Menge an Babyboomern aus dem Arbeitsleben ausscheidet, mag bekannt sein. Doch wie viele Menschen zahlen danach die Renten von wie vielen (alten) Menschen?

Um das zu ermitteln, zitiert das IW aus seiner hauseigenen Bevölkerungsprognose. Demnach kommen im Jahr 2031 auf 100 Erwerbsfähige 36 Menschen über 67 Jahren. Und im Jahr 2036 sind es 100 Erwerbstätige auf 40 Ü67er. Zum Vergleich: 2022 betrug das Verhältnis noch 100 zu 30.

Das rechnen die Volkswirte Philipp Deschermeier und Jochen Pimpertz in das leicht verständliche Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern um. Demnach müssten 2036 nur noch 1,33 Beitragszahler einen kompletten Rentner bezahlen. Heute sind es immerhin noch 1,66.

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Dem Kampf um die Haltelinie können die Volkswirte nicht viel abgewinnen. Sie rechnen vor: In heutigen Werten gerechnet betrüge die Rente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst bei einem Niveau von 47 Prozent etwa 1.797 Euro. Behielte man das aktuelle Sicherungsniveau von 48 Prozent bei, wären es 1.835 Euro brutto – gerade einmal 38 Euro mehr.

Weshalb es die IW-Leute viel effektiver fänden, gezielt den später wirklich Bedürftigen zu helfen. Über Wohngeld, Pflegezuschuss oder Grundsicherung im Alter.

Ebenfalls in Richtung Berlin merken sie vor allem Folgendes sehr deutlich an: „Soll die Rente aber auch in Zukunft sicher sein, gilt es zu bedenken, dass höhere Sozialabgaben das Wirtschaftswachstum bremsen. Das gefährdet aber den Wohlstand, den es erst zu erwirtschaften gilt, ehe daraus die Ruheständler abgesichert werden können.“

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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