Digitalversicherer bleibt aktiv

Verwirrung um DEVK-Tochter Freeyou Insurance

Die Digitaltochter der DEVK, Freeyou Insurance, hat einige Lizenzen als Versicherer bei der Bafin zurückgegeben. Doch nicht etwa alle – wie manche Berichte nahelegen. Denn Freeyou führt sein Geschäft weiter.
Zentrale der DEVK in Köln: Freeyou-Entscheidung erst im kommenden Jahr
© picture alliance / Daniel Kalker
Zentrale der DEVK in Köln: Freeyou-Entscheidung erst im kommenden Jahr

Manchmal will man einfach nur noch fragen: Ja, was denn nu? Neues Beispiel für solche Wirren ist das des Digitalversicherers Freeyou Insurance. Er gehört zur DEVK und hat seit August einige Bafin-Lizenzen weniger.

Wobei die Betonung auf „weniger“ liegt, und nicht auf „gar keine“. Denn während manche Medien bereits das Aus von Freeyou verkündeten, klingt die Auskunft der DEVK ganz anders. Demnach hat Freeyou Insurance einfach nur diejenigen Bafin-Lizenzen zurückgegeben, die sie gar nicht gebraucht hatte.

So schreibt eine Sprecherin auf Anfrage: „Die Mitteilung der Bafin bezieht sich ausschließlich auf Sparten, in denen die Freeyou bisher nicht tätig war. Die Lizenzen sind vor vielen Jahren vorsichtshalber beantragt worden, um das Geschäft gegebenenfalls auf weitere Sparten ausweiten zu können. Dazu ist es nicht gekommen.“

Sie hat auch gleich eine Übersicht mitgeschickt, welche Lizenzen noch vorhanden sind. Eine davon ist die als Schaden- und Unfallversicherer. Einige andere drehen sich um Landfahrzeuge – als Kasko und als Haftpflicht.

Die Bafin-Meldung bestätigt das übrigens. Denn auch dort zählt die Behörde lediglich einige Lizenzen auf, die nun widerrufen sind. „Feuer- und Elementarschäden f) Bodensenkungen und Erdrutsch“, zum Beispiel. Oder auch „Verschiedene finanzielle Verluste“.

Der Widerruf, so heißt es weiter, erfolgte, weil das Unternehmens auf die Erlaubnis zum Betrieb der genannten Sparten verzichtet. Was eben die Auskunft der DEVK bestätigt.

Stampft die DEVK Freeyou also ein? Nein. Die Sprecherin weiter: „Unsere Digitaltochter Freeyou räumt auf und fokussiert sich.“ Ist das zugleich die Überlebensgarantie? Auch nicht. Die DEVK will voraussichtlich 2026 über die Zukunft von Freeyou entscheiden. Dann wissen wir mehr.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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Eine Antwort

  1. DEVK-Wirren ? Wie gut, dass endlich einmal nachgefragt wird, was denn da los ist. Aber die Fragen greifen zu kurz. Etwas Historie wäre wichtig. German Assistance Versicherung AG war die Vorgänger-Bezeichnung. Sie wurde in „Freeyou“ umbenannt. Sollten hier „kreative“ Versicherungsmodelle ausprobiert werden, nachdem „Garantie- und Reparaturkosten-Versicherungen“ ohne die seinerzeitigen Ideengeber nicht mehr so recht klappten ? Alles gescheitert ? Wieso wollte der große DEVK-Konzern mit dem herausragenden Firmennamen „German Assistance“ nichts mehr zu tun haben ? „Freeyou“ ist wahrlich kein Ersatz. Sollte vielleicht versteckt werden, wie unrühmlich die seinerzeitige „Übernahme“ des aufstrebenden Versicherungs Start-Ups „German Assistance“ vonstatten ging ? Wollten da eventuell Versicherungsbeamte (DEVK mit Netzwerk Deutsche Bundesbahn) zeigen, dass man natürlich schlauer war als die seinerzeitigen Gründer des Spezialversicherers, der immerhin in Deutschland und Österreich als unabhängiger Garantieversicherer im Automobilbereich aufgestiegen war ? Ein grandioses Scheitern – ein Rückzug aus dem händlerbezogenen Auto-Garantie-Markt war die Folge. Wollte man vergessen machen, wie „clever“ man sich aus dem German-Assistance-Umfeld Immobilien aneignete ? Welcher Journalist stellt hier mutig mal Fragen nach Verantwortung der DEVK-Konzernlenker im moralisch-ethischen Sinn ?

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