Mehr als 2,5 Billionen Euro

So tief steckt Deutschland in der Kreide

Deutschlands öffentliche Schulden sind 2024 erneut gestiegen und zwar auf über 2,5 Billionen Euro. Dahinter stecken Schuldenzuwächse bei Bund, Ländern und besonders bei den Kommunen. Wo es raufgeht, wie stark und wer überraschend gut dasteht, zeigt ein aktueller Blick in die Zahlen.
Besucher eines Straßenfests in Böblingen: Die Schulden der deutschen Kommunen sind 2024 gestiegen.
© picture alliance / imageBROKER | Manuel Kamuf
Straßenfest in Böblingen: Die Schulden der deutschen Kommunen sind 2024 gestiegen.

Ende 2024 hatte der deutsche Staat bei Banken, Unternehmen und anderen Gläubigern rund 2.510,5 Milliarden Euro an Schulden auf der Uhr, also über 2,5 Billionen Euro. Umgerechnet auf die Bevölkerung entspricht das einem Schuldenstand von 30.062 Euro pro Kopf. Das sind 669 Euro mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen ermittelte das Statistische Bundesamt.

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Der Bund hat seine Schulden 2024 um 35 Milliarden Euro erhöht, auf insgesamt 1.732,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2,1 Prozent. Pro Kopf beläuft sich die Bundesverschuldung damit auf 20.748 Euro, rund 360 Euro mehr als im Vorjahr.

Länder erstmals seit Jahren wieder mit mehr Schulden

Auch bei den Bundesländern zeigt der Trend nach oben: Mit einem Plus von 2,1 Prozent stiegen die Länderschulden 2024 auf insgesamt 607,3 Milliarden Euro. Das ist der erste Anstieg seit 2021. Im Schnitt trägt jeder Einwohner 7.273 Euro Länderschulden. Das sind gut 130 Euro mehr als im Vorjahr.

  • Spitzenreiter unter den Flächenländern bleibt das Saarland mit 13.697 Euro pro Kopf. Es folgen Schleswig-Holstein mit 10.903 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 8.733 Euro. Am wenigsten Schulden haben weiterhin Bayern mit 1.353 Euro und Sachsen mit 1.482 Euro pro Kopf.
  • In den Stadtstaaten bleibt das Bild wie gewohnt: Bremen führt mit 33.934 Euro pro Kopf, gefolgt von Berlin (18.173 Euro) und Hamburg (17.571 Euro). Wichtig: Stadtstaaten übernehmen auch kommunale Aufgaben. Das relativiert die Zahlen etwas.
Kommunen verschulden sich weiter – mit dem größten Anstieg

Besonders stark fällt der Zuwachs auf kommunaler Ebene aus: Die Schulden von Städten und Gemeinden sind um satte 10,3 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro gestiegen. Im Schnitt bedeutet das 2.206 Euro pro Kopf. Das entspricht einem Anstieg von über 200 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

  • Die höchsten kommunalen Schulden pro Einwohner finden sich in Nordrhein-Westfalen (3.577 Euro), Hessen (3.009 Euro) und dem Saarland (2.824 Euro) trotz der teilweisen Entlastung durch den „Saarlandpakt“.
  • Bemerkenswert: Rheinland-Pfalz, 2022 noch an der Spitze, hat sich deutlich verbessert und liegt nun bei 2.388 Euro pro Kopf. Grund dafür ist das Entschuldungsprogramm PEK-RP, das aus Sicht des Statistischen Bundesamts offenbar wirkt.
  • Am anderen Ende der Skala zeigen sich die Kommunen in Brandenburg mit 581 Euro besonders solide, dicht gefolgt von Thüringen (867 Euro) und Sachsen (892 Euro).
Sozialversicherung: Kaum Schulden, aber ein klarer Rückgang

Fast unter dem Radar bleibt die Sozialversicherung: Ende 2024 lag ihre Verschuldung bei gerade einmal 10 Millionen Euro, umgerechnet 12 Cent pro Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 73,9 Prozent. 2023 lag der Schuldenstand noch bei 40 Millionen Euro.

Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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