Umfrage

Spezialversicherungen für Ferienimmobilien kaum bekannt

Einer aktuellen Umfrage des Spezialversicherers Hiscox zufolge gibt es unter den Besitzern von Ferienimmobilien hierzulande ein großes Bewusstsein für die passende Absicherung. Marktübliche Gebäude-, Hausrat- und Haftpflichtpolicen hat die Mehrheit abgeschlossen. Spezialversicherungen kennen hingegen nur wenige.
© picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Diederich
Häuser am Strand in Heiligenhafen: Schleswig-Holstein ist unter Ferienhaus-Fans hierzulande besonders beliebt.

Eine Umfrage des Spezialversicherers Hiscox zeigt: Ferienimmobilien sind im Trend – und das insbesondere innerhalb Deutschlands. So besitzen 71,1 der Teilnehmer ein Ferienhaus oder eine -wohnung innerhalb Deutschlands – und zwar vor allem in Schleswig-Holstein (14,3 Prozent), Niedersachsen (12,6 Prozent) und Bayern (12,6 Prozent). Die gute Nachricht: Die meisten von ihnen haben auch an den Versicherungsschutz gedacht.

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So haben 82,3 Prozent der Befragten eine Gebäudeversicherung abgeschlossen. 61,9 Prozent haben zudem eine Hausratpolice für ihr Feriendomizil abgeschlossen, und weitere 54,1 Prozent besitzen zudem einen Vertrag über eine Immobilien-Haftpflichtversicherung (54,1 Prozent). Und immerhin 46,1 Prozent haben darüber hinaus auch an eine Elementarschadenpolice gedacht. Lediglich 8,7 Prozent verfügen laut der Umfrage über keine dieser Policen.

Spezialversicherung weniger bekannt

Dennoch gibt es laut Hiscox Verbesserungsbedarf bei den Ferienimmobilienbesitzern. Denn auf Spezialversicherungen für Ferienimmobilien greifen bislang jedoch noch wenige Eigentümer:innen zurück: Nur 25,7 Prozent der abgeschlossenen Gebäudeversicherungen, 30,6 Prozent der Hausratsversicherungen und 31,8 Prozent der Immobilien-Haftpflichtversicherungen sind nach Angaben der Befragten Spezialpolicen.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen zwar, dass grundsätzlich ein hohes Bewusstsein für die Absicherung von Ferienimmobilien besteht, gleichzeitig sitzen die meisten Eigentümerinnen und Eigentümer jedoch auf einem Flickenteppich verschiedener Versicherungen, die ihnen weder flächendeckenden noch individuellen Schutz bieten“, kommentiert Alina Sucker-Kastl von Hiscox die Studienergebnisse.

Wiederkehrender Leerstand und Fremdnutzung durch Mieter führten bei Ferienhäusern zu erhöhten Risiken, beispielsweise durch Einbruch, unerkannte Wasserschäden oder Beschädigung am Hausrat. Und komme es bei Ferienimmobilien im Ausland zu Schadenfällen, erschwere zudem oftmals die Sprachbarriere ein optimales Schadenhandling.

Angst vor Beschädigungen durch Gäste

Eine Spezialversicherung gehe diesbezüglich auf die „individuellen Risiken und Bedürfnisse“ der Ferienimmobilieneigentümer ein, sorge mit einem Allgefahrenschutz für sorgenfreie Urlaube und für eine unkomplizierte Vermietung. Zudem unterstütze sie die Versicherungsnehmer im Schadenfall mit deutschsprachigen Ansprechpartnern.

Trotzdem: Das hohe Bewusstsein für die Wichtigkeit des passenden Versicherungsschutzes könnte auch mit der hohen Schadendichte in diesem Bereich zusammenhängen. So gab fast jeder dritte Eigentümer im Rahmen der Umfrage an, bereits mindestens einen Schaden erlitten zu haben. Fragt man nach der allgemeinen Risikoeinschätzung, steht die Angst vor Beschädigungen durch Mieter (61,7 Prozent) beziehungsweise durch eigenes Ungeschick (38,1 Prozent) an oberster Stelle. Dahinter folgt die Befürchtung eines Wasserschadens durch Rohrbruch (41,3 Prozent). Weitere 17,7 Prozent befürchten Schäden durch Einbruch oder Diebstahl.

Seite 2: Service im Schadenfall besonders wichtig

Service im Schadenfall besonders wichtig

Geht es um die Wahl des passenden Versicherungsanbieters, ist den Befragten die Betreuung im Ernstfall besonders wichtig: 81,8 Prozent erachten eine hohe Kundenzufriedenheit im Schadenfall als wichtigstes Auswahlkriterium. Gefolgt vom Preis, der für 64,8 Prozent der befragten Eigentümer bei der Wahl des Versicherers eine große Rolle spielt. Ebenso wichtig ist 60,5 Prozent der Befragten die Kommunikation auf Deutsch, sollte ein Schadenfall eintreten. Steht ein Versicherungswechsel ins Haus, achten 66,0 Prozent auf einen günstigeren Preis, 60,9 Prozent auf ein umfassenderes Leistungsportfolio und 26,0 Prozent auf einen geringeren Selbstbehalt im Schadenfall. 15,8 Prozent würden zudem auf Empfehlung des Maklers oder der Maklerin wechseln.

Smart-Home-Technologien benötigen speziellen Schutz

Eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage: Die Besitzer von Ferienimmobilien sind bereits sehr digital unterwegs. 95,9 Prozent der Häuser und Wohnungen sind ans Internet angeschlossen. Bereits ein knappes Viertel (24,3 Prozent) der Ferienimmobilien ist zudem mit Smart-Home-Technologie ausgestattet. Dazu gehören vor allem vernetzte Endgeräte wie Jalousien, Lampen oder Heizkörper (61,0 Prozent), Eingabegeräte wie Touchdisplays und Raumtemperaturregler (51,0 Prozent) sowie Sensoren zur Steuerung von Türen und Fenstern (43,0 Prozent). Über digitale Alarmanlagen verfügen 36,0 Prozent der Feriendomizile.

Doch diese Art der Digitalisierung bringe auch besondere Herausforderungen mit sich, weiß Sucker-Kastl. „Bei zunehmender Vernetzung lohnt es sich für Eigentümerinnen und Eigentümer, sich Gedanken über eine zusätzliche Absicherung gegen Cybergefahren zu machen“, so die Expertin. „Die smarte Aufrüstung der Ferienimmobilie hat außerdem oft eine signifikante Wertsteigerung des Gebäudes beziehungsweise des Hausrats zur Folge, wenn hier ein aufwändiges System integriert wird, wie etwa eine digitale, vernetzte Klimaanlage.“ Eigentümer sollten deshalb  gründlich überprüfen, ob die Versicherungssumme nach der Installation von Smart-Home-Technologien gegebenenfalls angepasst werden müsse.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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