HDI hat mal geworben mit „Hilft Dir Immer“. Nur dass es jahrelang eher so war, dass der HDI in der Lebensversicherung selbst hilfsbedürftig war. Das lag vor allem daran, dass der Gerling-Konzern ab 2006 in den HDI (eigentlich ja: „Haftpflichtverband der Deutschen Industrie“) integriert werden musste. Dass so etwas Reibungsverluste bringt, ist normal, aber in dem Fall dauerte das geschlagene zehn Jahre! Der Name war, zumindest was das LV-Geschäft anging, in Maklerkreisen selten in Verbindung mit Lobliedern zu hören.
Jetzt ist aber die HDI-Muttergesellschaft Talanx, nach Allianz und Ergo/Münchener Rück immerhin die Nummer 3 der Versicherungskonzerne in Deutschland. Und mit über 22.000 Mitarbeitern und 40 Milliarden Euro Jahresumsatz aktiv in nicht weniger als 150 Ländern. Man sagt gemeinhin „Global Player“ zu so etwas. Und so einer kann selbst tote Pferde wieder zum Leben erwecken.
Genau das hatte und hat Talanx mit der HDI Lebensversicherung AG augenscheinlich vor – da wird seit Jahren richtig Energie reingesteckt, vor allem auch in personelles Know-how. Das merkt man an allen Ecken und Enden. Der Vorstand wurde neu zusammengestellt und man hat wirklich gute Leute geholt, die den Makler-Markt verstehen und sich sehr um unseren Berufsstand bemühen.
Jetzt aber zum Produkt. Die Marketing-Kampagne #krassclever war schon im Vorfeld beeindruckend professionell. Aber ehrlich gesagt habe ich nicht daran geglaubt, dass von so einem großen Haus ein wirklich, Entschuldigung, geiles Produkt kommt. Um es vorwegzunehmen: Bei „Clever Invest“ ist das so.
Günstige Fondspolice
Fangen wir beim Wichtigsten an: den Kosten. Ich musste zweimal hinsehen und dreimal nachrechnen – aber es stimmt wirklich, dass wir es hier mit einer der günstigsten Fondspolicen zu tun haben, die ich kenne. 2,5 Prozent Abschlusskosten, 7 Prozent Verwaltungskosten, 0,156 Prozent aufs Vertragsvermögen und 18 Euro Stückosten pro Jahr ergeben mit die beste Vergleichsrendite im Markt. Ein Prozent auf die Bewertungssumme muss man als zusätzliche Verwaltungskosten im Einzeltarif noch dazu nehmen. Je nach Laufzeit liegt „Clever Invest“ in etwa gleichauf mit der Continentale „Rente Invest“ und der Condor „Congenial“. Allerdings nur, wenn wir es mit Beiträgen von mehr als 50 Euro monatlich zu tun haben, weil sonst eben der fixe Stückfaktor (siehe oben) wehtut.
Wir haben auch mal den Vergleich mit einem der größten Robo-Advisors in Deutschland gefahren, der bei gleicher Fondsauswahl über lange Laufzeiten fast schon erbämlich abfällt gegenüber dem HDI „Clever Invest“. Klar, bei einer Gebühr von 0,75 Prozent jedes Jahr auf alles im Topf befindliche … Bei kurzen Laufzeiten von weniger als 15 Jahren gewinnt natürlich der reine Fondssparplan wegen der Abschlusskosten. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es den „Clever Invest“ auch schon als Basis-Rente gibt, wo der Tarif im Moment zusammen mit der Conti (höherer Rentenfaktor) die vorderen Plätze im Markt belegt. Robo-Advisors können das nicht.
Viele Highlights im Tarif
Trotz aller Genügsamkeit bei den Kosten, hat der HDI doch genau die Merkmale in den Tarif eingebaut, die Sinn ergeben und beim Kunden im Gespräch ankommen:
- Ab 300 Euro gibt es eine „Zahl-mir-regelmäßig-Geld-aus-dem-Vertrag“-Option (mindestens sechs Monate muss die dauern), also einen vorübergehenden Entnahmeplan – so simpel, aber die Kunden lieben das!
- Bei der Dynamik kann der Kunde über die Laufzeit seine Option ausüben, wann und so oft er will
- Der Rentenbeginn kann beliebig nach vorne oder nach hinten (bis Lebensalter 89 Jahre) verschoben werden (endlich muss man sich die Grenzen nicht mehr merken)
- Der Rentenfaktor ist zwar nicht ganz so hoch wie bei Condor und Conti, aber im Marktvergleich ganz stattlich und ohne Bedingungseinschränkung für alle bedeutsamen Vertragsumgestaltungen (Zuzahlung, Beitragsveränderungen, etc.) fest verankert
- Es gibt einen fondsgebundenen Rentenbezug. Zwar nur 50/50 (also eine Hälfte bleibt im Sicherungsvermögen), man kann das aber bis zum 89. Lebensjahr umgehen, indem man eben den Rentenbeginn soweit hinausschiebt und bis dahin den vorhin beschriebenen Entnahmeplan macht. Dann kann ich so lange voll in Fonds bleiben. Außerdem gibt es noch den herkömmlichen, klassischen Rentenbezug und den flexibel-konventionellen mit Kapitalwahlrecht. Und entscheiden muss sich der Kunde erst kurz vorher. Wie gesagt, #krassclever.
- Und einen setzen wir noch drauf: Es gibt keine Kosten auf das Vertragsvermögen im Rentenbezug. Bei den einschlägig bekannten Versicherern kenne ich das so nicht. Das ist schon eine feine Sache hier.
Bei den Fonds können wir es kurz machen. Es ist alles dabei, was man braucht, dazu der derzeit günstigste World-ETF von Amundi mit nur 0,05 Prozent Kosten im Jahr. Ich freu mich schon auf den ersten ETF mit Negativkosten…
Es gibt auch einen der „echtesten“ Goldfonds mit hohem physischem Anteil (Hansa Gold auf USD-Basis) und für verspielte Berater/Kunden den www.hdi-fondsguide.de/#/ Aber wir sind noch nicht fertig mit Schlaglichtern. Eigentlich mag ich die BUZ ja nicht, aber gegen eine gut gemachte BUZ-B ist definitiv nichts einzuwenden. Im „Clever Invest“ finden sich zwei Charme-Punkte:
- Die vereinfachte Gesundheitsprüfung in Schicht 3 (bis 31.12.2021 sogar für die volle BUZ in der Basis-Rente als Eröffnungsangebot).
- Der „Airbag“: In Schicht 3 steigt der im Leistungsfall in vom HDI weitergezahlte Beitrag in den Lebenvertrag um 5 Prozent, in der Basisrente („Platin“-Version) sogar um 10 Prozent pro Jahr.
Die Schlussgewinn-Diskussion halte ich inzwischen zwar für recht müßig bei Fondspolicen, aber wem das taugt: Bei der „Clever Invest“ gibt’s die Überschüsse immer alle gleich gutgeschrieben, das ist gut.
Fazit
Nach Social-Media-Art: HDI „Clever Invest“ -> #wirklichkrassgut
9,0 von 10 Punkten
Über den Autoren
Christian Geier, Jahrgang 1974, ist Vorstand bei der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl und Sicherung der Beratungsqualität. Zudem leitet er dort das umsatzstärkste Ressort „Personenversicherungen“. Der promovierte Kultur- und Betriebswirt berät dabei immer noch seine eigenen Kunden und lebt und arbeitet im niederbayerischen Straubing.