Kfz-Versicherung

Verbraucher wünschen sich digitalen Schadenprozess

Wenn es einmal gekracht hat, wünschen sich Autofahrer zunehmend Versicherungen und Werkstätten, die mit einem starken digitalen Angebot aufwarten können, wie eine aktuelle Studie zeigt. Mit der Einführung entsprechender Technologien tun sich die Anbieter allerdings noch schwer. Sie scheuen offenbar die Kosten.
© picture alliance / dpa Themendienst | Silvia Marks
Immer mehr Autofahrer setzen auf eine schnelle und digitale Abwicklung von Unfallschäden.

Autoversicherungen, Werkstätten und Händlernetzwerke von Erstausrüstern stehen vor einer großen Herausforderung. Wollen sie ihre Kunden nicht verlieren, müssen sie schnell und massiv in digitale Prozesse investieren. Denn laut einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters Solera Holdings wünschen sich inzwischen 72 Prozent der Verbraucher bei der Abwicklung von Kfz-Schäden einen vollautomatisierten Schaden- und Reparaturprozess, gestützt von künstlicher Intelligenz. Solera ist ein weltweit tätiger Anbieter von Dienstleistungen für die Versicherungs- und Automobilbranche.

Hohe Wechselbereitschaft

Zwei Drittel (67 Prozent) der Studienteilnehmer würden für eine schnellere digitale Abwicklung von Schadenfällen sogar ihre Versicherung wechseln. Und drei Viertel der Befragten (78 Prozent) würden sich für eine Werkstatt entscheiden, die mehr digitale Kanäle zur Angebotseinholung, Auftragserteilung und zur Verfolgung des Reparaturfortschritts anbietet.

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Anbieter, die diesen Trend ignorierten, müssten sich dem Wettbewerb stellen, prognostiziert Evan Davies, Chief Technology Officer bei Solera. „Mit automatisierten Prozessen lässt sich perspektivisch die Kundenzufriedenheit und sogar die Kundenbindung erhöhen.“

Kosten bremsen Innovationen

Trotz dieses Innovationsdrucks tun sich allerdings noch immer viele Versicherer und Werkstätten schwer mit der Einführung neuer, digitaler Technologien. Schwierigkeiten ergeben sich aus der Aufrüstung von Altsystemen, wobei sich die damit verbundenen Hindernisse laut der Solera-Umfrage je nach Sparte unterscheiden.

Während sowohl Kfz-Versicherungen (52 Prozent) als auch Werkstätten/Händlernetze (41 Prozent) die Kosten als größtes Hindernis anführen, ergab eine weitergehende Analyse der Daten, dass große Versicherungen gesonderten Problemen gegenüberstehen.

Die Assekuranzen nennen als größte Herausforderungen die Produkteinführungszeit (62 Prozent), die Schulung des Personals (52 Prozent) und die Skalierbarkeit (52 Prozent). Werkstätten und Händlernetze hingegen sehen die Hürden eher bei den Systemen und der wirtschaftlichen Stabilität ihres Geschäfts.

Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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