Pfefferminzia: Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu, die VAG-Novelle steht vor der Tür. Wie beurteilen Sie die Situation der PKV und die Zukunft?
Thorulf Müller: Um es mit Heinrich Heine zu sagen: Denk ich an die Deutsche PKV in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
Warum sehen Sie die Zukunft so negativ?
Als der Gesetzgeber im Dezember 1999 den 10-Prozent-Zuschlag als notwendig erachtete, um die Beitragsbelastung im Alter zu mildern, basierte das auf durchschnittlichen Verzinsungen in Höhe von 7 bis 8 Prozent. Heute kann die PKV sich zwar in den Büchern noch etwas positiver darstellen, als die Lebensversicherer, aber das sind temporäre Verwerfungen. Die Verzinsung liegt bei der Neuanlage realistisch unter einem Prozent. Es fehlt also ein Verzinsung von grob geschätzt mindestens 5 bis 6 Prozent auf ein Kapital, dass ein Vielfaches der Beitragseinnahme ist. Wenn da ein Vorstand Rückgrat hätte, würden die weißen Fahnen schon gehisst worden sein.
Sie spielen auf die aktuellen Beitragsanpassungen an?
Das sind die ersten harmlosen Anzeichen, dessen was noch kommt. Aber wenn sich heute die Kunden und Vermittler über die Beitragsanpassung zum Beispiel beim Tarif Axa Vital 250 aufregen, dann sollten sie eben auch bedenken, dass sie zu günstig versichert waren.
PKV bedeutet nun einmal, dass ich die durchschnittlichen lebenslangen Behandlungskosten in monatlichen Raten lebenslang einzahlen muss. Wenn meine Rate am Anfang schon nicht ausreicht, weil eine viel zu hohe Vererbung durch Storno kalkuliert ist, wie es Axa ja in einem Erklärvideo sogar selber zugibt, dann ist diese Differenz irgendwann, zuzüglich der Kostensteigerungen, auszugleichen.
Die Vermittlung von PKV über den angeblich so günstigen Beitrag, ist doch die Ursache für die Probleme, die es jetzt gibt.
Aber die PKV hat doch über 200 Milliarden Euro Rückstellungen?
Richtig, aber im Gegensatz zu vielen Journalisten, Vorständen und Versicherungsvermittlern, habe ich scheinbar bei Buchhaltung und Rechnungswesen in der Schule aufgepasst. Rückstellungen sind Schulden, Verbindlichkeiten, also auf der Passivseite.
Die PKV schuldet den heute versicherten Kunden unter Berücksichtigung von Lebenserwartung und Abgangsordnung und dem sich daraus ergebenden zukünftigen Beitragsaufkommen mehr als 200 Milliarden Euro an Leistung. Ich fürchte, dass dieser Wert zu optimistisch berechnet ist, weil die Vererbung viel niedriger sein wird, weil Kopfschäden zu optimistisch berücksichtigt werden und weil die Effekte aus Vertragsgestaltungen, wie Hilfsmittelmanagement und Primärarztmodellen viel zu offensiv kalkuliert wurden und werden.
Ich empfehle einmal die Frage zu stellen, wie die Kaufkraft, die ja als Sparanteil eingesammelt wird, geparkt wurde und wie das in den Bilanzen dargestellt wird. Insbesondere ist dazu ein Arbeitspapier der Deutschen Aktuarvereinigung geeignet: „Ergebnispapier der Deutschen Aktuarvereinigung: Modernisierung des HGB für die deutsche Private Krankenversicherung“.
Ich zitiere:
„Dieser Bilanzierung der Aktiva entspricht die derzeitige Bilanzierung der Passiva, die im Wesentlichen auf dem Aufsichtsrecht basiert. Würde diese in Richtung auf eine marktnähere Bewertung verändert, würde das Gleichgewicht zwischen Aktiva und Passiva gestört. Aus den genannten Gründen halten wir eine Entkopplung von Handels- und Aufsichtsrecht für die PKV nicht für sachgerecht. „
Da ticken Bomben, weil die 200 Milliarden Euro Rückstellung, wie oben dargestellt, zu niedrig sind und weil die Kapitalanlagen diese 200 Milliarden Euro gegebenenfalls nicht hergeben werden, weil der Optimismus bei der Bewertung der Anlagen zu groß gewesen ist.
Gibt es noch mehr, was sich nachteilig auswirkt?
Ja, der Neugeschäftsmotor stockt. Es gibt immer weniger neue Abschlüsse. Wobei ich es schockierend finde, dass die PKV immer noch mehr als 100.000 Menschen pro Jahr aus einer PKV in die andere bringt. Es gibt ein Cash-Problem, mit dem die PKV bisher die Löcher gestopft hat. Deswegen ist ja zum Beispiel die Verzinsung höher. Die müssen keine Anlagen auflösen und das Geld neu anlegen, sondern die nehmen das frische Geld und legen es nicht an, sondern tun so, als wenn es die Entnahmen sind. Das sorgt heute für etwas Entspannung in Relation zur Lebensversicherung, führt aber hinten raus zu einem längeren Elend, wenn sich die Märkte tatsächlich irgendwann erholen.
Das hört sich aber nicht sehr gut an.
Nein, und es ist auch nur ein Teil des Eisberges, den die meisten nicht sehen. Das ganz große Thema ist, dass die PKV sich jeder Chance beraubt hat, vom Payer zum Player zu werden. Die Leistungserbringer nehmen die Gans gerade aus, aber sie fangen erst an. Das wird noch zunehmen. Und der PKV-Verband hatte ja eine Chance bei den Verhandlungen zur neuen GOÄ eine Öffnungsklausel zu schaffen, mit der Preisabsprachen möglich gewesen wären. Die letzte Tür zu Managed Care. Der PKV-Verband hat diese Klausel meines Erachtens den Ärzten geschenkt, wenn die dafür nur den Einfluss auf die Politik ausüben, dass wir die PKV als Teil des System behalten.
Kaum ein Selbstzahler, denn Privatpatienten gibt es nicht, hat ständig eine bessere Behandlung erhalten, als ein Kassenpatient. Im heutigen Gesundheitssystem ist der Selbstzahler der, der die Geräte am laufen hält, also eigentlich dafür da ist, den Gerätepark der Ärzte zu füllen, die Geräte zu bezahlen. Nehmen wir Organtransplantation und versuchen Sie das als Selbstzahler in Vorteil umzusetzen. Jedes Transplantationszentrum wird freundlich abwinken. Und womit? Mit Recht.
Gibt es denn noch andere Anzeichen?
Nehmen wir das Infrastrukturprogramm der Krankenhäuser oder das neue Palliativ- und Hospizgesetz. Die PKV kommt da doch schon gar nicht mehr vor und wird nicht mehr erwähnt. Ich denke, dass allen Politikern klar ist, dass wir einen einheitlichen Grundschutz brauchen. Lassen Sie die Themen GKV-Fusionen und Beihilfe-Reduzierungen nur mal in Ruhe laufen. Da passiert in den nächsten Jahren ganz viel, was dafür sorgen wird, dass die PKV obsolet wird. Abwicklung des gestrigen und die Beamten im Basistarif und dann Zusatzversicherungen.
Aber die PKV senkt doch die Ausgaben für die Abschlusskosten?
In Euro mag das sein, aber in Euro sind auch die Ausgaben für Verwaltung entsprechend gestiegen. Und wer denkt, dass die ausgewiesenen Verwaltungskosten, die Kosten für Leistungsbearbeitung oder für die Verwaltung der Kapitalanlagen sind, der irrt. Die Kosten für die Verwaltung der Kapitalanlagen ist beim Nettozins bereits abgezogen und die kosten der Leistungsabrechnung sind in den Leistungsausgaben verbucht.
Die Abschlusskosten sind auch, wenn man sich die Zahl der neuen Kunden anschaut, nicht so stark gesunken. Umgerechnet auf neue Kunden sind die Kosten weiter steigend. Ich konnte bis heute den Provisionsdeckel, den wir seit dem 1. April 2012 haben, in den Bilanzen der Versicherer und dem Zahlenbericht des PKV-Verbandes noch nicht erkennen.
Sie müssen die Abschluss- und Verwaltungskosten addieren und dann die Relation zu den neuen Kunden bilden. Da wird und wurde nichts gesenkt. Da geht die Kostenorgie immer weiter.
Wie sehen Sie denn das Thema Tarifwechsel?
Worüber wollen wir reden? Über unzulässige Rechtsdienstleistung durch bestimmte Versicherungsmakler? Über die Tatsache, dass sich einige unter Missachtung des Rechts die Taschen voll machen und es letztendlich keinen kümmert? Da werden keine neuen Tarife vermittelt und das sind auch keine Nettotarife. Demnach dürfen Versicherungsmakler auch kein Vermittlungsentgelt nehmen.
Aber auch hier sind die Versicherer verantwortlich, die die Verträge eben oft nicht courtagepflichtig für Bestandscourtage übertragen, wenn der Kunde einen neunen Vermittler sucht und findet. Bei den Versicherern erleben wir eine völlig unterschiedliche Qualität der Bearbeitung. Das geht von sehr sehr gut bis zur vollständigen Behinderung auf jeder Ebene zu Lasten der Kunden.
Der PKV-Verband startet aber doch wenigstens 2016 die Tarifwechsel-Leitlinie.
Ihr wollt mich amüsieren oder doch wütend machen? Tarifwechsel-Leitlinie? Das ist eine Witznummer und eigentlich auch eine Frechheit, weil es die Intelligenz der Menschen beleidigt. Was steht denn da genau drin, was auch nur etwas mehr ist, als das Gesetz, dass bereits seit 21 Jahren Gültigkeit hat? Nichts! Oder doch: Die 15-Tage-Regelung, die ist tatsächlich mehr, als das, was wir heute haben. Innerhalb von 15 Arbeitstagen gibt es einen Vorschlag oder einen Zwischenbescheid. Vor 30 Jahren konnte ich als Azubi bei der DKV einen Tarifwechsel in 5 Minuten online rechnen. Wo ist das Problem?
Hinter der Tarifwechsel-Leitlinie steht aber etwas ganz anders. Die wollen den Tarifwechsel in die Hauptverwaltung holen. Gemäß Pragraf 6 VVG entfallen die Beratungs- und Dokumentationspflichten nämlich im Fernabsatz. Dazu gehört auch die Text- und Schriftform. Die wollen ohne Beratung, ohne Dokumentation und vor allem ohne Verzicht auf Beratung und/oder Dokumentation die Kunden wechseln lassen. Das hat auch Auswirkungen auf die Kunden, die eben nicht wissen, was sie da tun.
Und sie wollen „Trichtern“. Unter „Trichtern“ versteht man die Definition von Zieltarifen, die dem Versicherer recht sind. Alles, wo der Versicherer die Kunden nicht haben will, wird demnach auch nicht vorgeschlagen. Noch brutaler gehen aber einige andere Versicherer vor, die die Beitragsersparnis aus dem Tarifwechsel dann sofort mit Beitragsenlastungstarifen auffüllen wollen. Einige zahlen dafür sogar Provision, obwohl diese Tarife gar keine kalkulierten Provisionsanteile enthalten dürfen.
Unterm Strich ist das aber ein Problem, dass die PKV durch die katastrophale Politik mit ständig neuen Tarife selbst erschaffen hat. Es fehlt an Tarifhygiene und es gibt zu viele Mini-Kollektive mit einigen wenigen Versicherten.
Aber die großen Versicherer haben doch viele tausend Versicherte?
Die heute 30-Jährigen zahlen aber doch nicht für die 70-Jährigen. Jeder Geburtsjahrgang ist eine Alterskohorte. Bei Bisex auch noch getrennt nach Männern und Frauen. Dann sind teilweise sogar einzelne Selbstbehaltstufen für sich isoliert noch einmal Tarifwerke mit einer entsprechenden Anzahl von Jahrgängen. Soll heißen, dass A 200 und A 400 der abc-PKV kalkulatorisch und in der Regel nichts miteinander zu tun haben.
Was wäre denn die Lösung?
Eigentlich wäre es einfach. Das Geheimnis für einen Bestand ohne Tarifwechsel, mit Ausnahme von vielleicht einer Reduzierung der Leistungshöhe bei Zahnbehandlung und -ersatz oder den Wahlleistungen stationär beziehungsweise einer Erhöhung oder Veränderung eines Selbstbehaltes, sind modulare Bausteine für die Grundleistung. Also ambulante Grundleistung, allgemeine Pflegeklasse stationär und bei dentalen Leistungen 100/50 oder 60 plus gegebenenfalls Kieferorthopädie. Alles andere wird über Tarife, die auch Module sind, angebaut, so wie es der GKV-Versicherte auch macht.
Die ganzen sinnlosen Experimente wie Einsteigertarife, Primär- oder Hausarztmodelle, Kompakttarife und so weiter müssen abgeschafft und zusammengefasst werden. Unisex muss mit Bisex-Bestand dauerhaft und unverrückbar verbunden sein. Wenn Sie genau zuhören, dann haben wir gerade einen Grundschutz plus Zusatztarife erschaffen. Schon kann die Zusammenlegung von GKV und PKV kommen.
Der neue Tarif BMG der DKV zeigt ja, dass man die GKV aufstocken kann, ohne die GKV zu verlassen. Obwohl ich da lieber modular denke, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der unterschiedlichen Menschen besser befriedigen zu können.
Aber das ist doch teurer als eine Voll-PKV?
Teurer? Wie kann etwas teurer sein, wenn exakt die gleichen Kosten erstattet werden? Die GKV plus Zusatz soll zu teuer sein. Wieso kann die PKV als Vollversicherung das billiger? Wird da etwas am Sparen gespart? Sind wir wieder bei Kapitaldeckung und Rückstellungen, die im Markt von Fachleuten falsch verbalisiert werden?
Gibt es eine PKV, die bereits heute eine Tarifhygiene in Ihrem Sinne besitzt?
Ich kenne aktuell nur einen einzigen PKV-Versicherer, der weitestgehend meinen Ansprüchen genügt: Alte Oldenburger. Da droht aber auch schon die Situation mit der VGH-Krankenversicherung, denn eigentlich sind hier zwei Versicherer nebeneinander, und die Kunden können nicht wechseln. Hier ist aber der Gesetzgeber gefordert, der ja bei UKV und BBKK oder bei Deutscher Ring und Signal, sowie bei Continentale und Mannheimer auch schnellsten gefordert ist, für ein Tarifwechselrecht zu sorgen. Entweder durch Fusion oder durch eine Konzernanwendung.
Dann im weitesten Sinne noch die Debeka, die aber schon lange die meisten Sünden der anderen Versicherer auch begangen hat. Auch hier gibt es isolierte Tarifwerke, die nicht mehr aufgestützt sind. Das kann man an den Anpassungen sehr schön erkennen. Wir waren mal bei der Central auf einem sehr guten Weg tatsächlich die Tarife komplett zusammenzuführen. Leider wurde das aber eben nicht mehr umgesetzt und dazu noch eine Menge mehr falsch gemacht.
Gibt es noch etwas, was Sie an der PKV aktuell stört?
Die jährliche Behauptung, dass die Zahl der Vollversicherten zurückgeht, weil die Konjunktur sich so toll entwickelt und daher so viele Selbstständige in sozial- und krankenversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse wechseln würde. Ich frage mich immer, wie oft man chemisch gereinigt worden sein muss, um solche Unwahrheiten mit einem ernsten Gesichtsausdruck aussprechen zu können. Ich befürchte aber, dass der Realitätsverlust auf den Vorstandetagen der deutschen PKV bereits so weit fortgeschritten ist, dass die das überwiegend sogar wirklich selbst glauben.
Raten Sie heute noch jemanden zur PKV?
Als Versicherungsberater ganz eindeutig bei Beamten, bei echten Unternehmern mit entsprechendem Vermögenswerten und einer nachhaltigen sozialen und finanziellen Basis. Ich warne aber immer vor der Situation im Alter. Also nicht wegen des Geldes, sondern weil ich mich immer Frage, welche Exfrau den Unternehmer pflegt und wer dem dementen Ex-Unternehmer die Belege sortiert und mit den Ärzten die Verhandlung über Untersuchungsmethoden, Diagnostik und Therapie führt. Denn das ist die Aufgabe und Pflicht des Selbstzahlers und der entscheidende Vorteil eines Versorgungssystems, so wie es die GKV teilweise schon ist.
Gegebenenfalls können wir die Gruppe noch um einige Freie Berufe wie Ärzte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer erweitern. Eventuell auch um Apotheker oder erfolgreiche Architekten und Ingenieure.
Bei Arbeitnehmern und normalen Selbstständigen sehe ich die PKV eher kritisch, weil hier die Verläufe eher negativ sind und es bei Familiengründungnen und im Alter zu erheblichen Problemen kommen kann.
Und Zusatz- und Pflegegeldversicherungen?
Zusatzversicherungen sind ein großer Markt. Aber ich glaube auch, dass wir aktuell viele Fehlentwicklungen haben. Die Produkte passen oft nicht auf den echten Bedarf, sind nicht europafähig und für eine globalisierte Welt sind sie dann vollständig ungeeignet. Ich arbeite gerade bei den Menschen mit internationaler und globalisierter Ausrichtung gerne mit den Tarifen der EWR-Krankenversicherer.
Das ist auch die Herausforderung beim Pflegegeld. Es muss eine Lösung geben, wenn der Kunde später eben nicht in Deutschland lebt und keine Ansprüche im Sinne des SGB XI hat. Ich sehe aber auch die Vermittler im freien Markt in der Pflicht, den Bedarf beim Pflegegeld richtig darzustellen und endlich den Pflege-Bahr zu nutzen, der bis Eintrittsalter 50 hoch interessant ist und für die älteren Menschen oft der einzige und letzte Weg, Lücken zu schließen.
Wo sehen Sie die Herausforderungen für die PKV ganz konkret?
Die PKV sollte endlich von Abschlussprovisionen auf laufende Vergütung umstellen. Das gilt bitte auch für alle Bestandsverträge, die aus der Haftung raus sind. 5 bis 10 Prozent laufende Courtagen müssten je nach Gesellschaft und Produkt möglich sein. Bei einigen Versicherern auch mehr als 10 Prozent. Die Abschlusskosten sind ja in entsprechender Höhe monatlich laufend in den Produkten einkalkuliert. Nettotarife ohne laufende Courtagen wären auch nett, auch wenn das natürlich über den Tarifwechsel nach Paragraf 204 VVG dazu führen kann, dass die Kunden von brutto in netto wechseln.
Den Standardtarif in Unisex-Kalkulation finde ich wichtig, damit die Kunden, die vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben, auch in Unisex wechseln können, ohne dass sie von der PKV um das erworbene Recht des Standardtarifs beraubt werden.
Dann endlich Transparenz, also Offenlegung der Rechnungsgrundlagen. Ich höre da immer Betriebsgeheimnisse, dabei erzählen sich die Aktuare beim Bier diese Geheimnisse sowieso. Die PKV verweigert konkrete Angaben zum Rechnungszins, zur verwendeten Sterbetafel, zur Abgangsordnung, den aktuellen auslösenden Faktoren und so weiter. Alles Angaben, die wichtig wären um die unterschiedlichen Beiträge besser zu verstehen. Dann könnte man nämlich wirklich korrekt beraten.
Dann sollte die PKV endlich einmal anfangen so zu sein, wie sie mal war: Die Kraft investieren um darüber nachzudenken, wie man einem kranken und gegebenenfalls auch alten Kunden helfen kann, statt ständig immer nur einfach zu kürzen. Das ist teilweise abenteuerlich, was die PKV im Bereich Erstattung abliefert.
Auch die Durchsetzung der Pflicht der Ärzte bei Standard-, Basis- und Notlagentarif, sich an die GOÄ-Vielfachen zu halten, ist meines Erachtens eine Verpflichtung der PKV an sich. Da passiert einfach zu wenig. Das sind gesellschaftliche und sozialpolitische Pflichten, mit denen die PKV vom Gesetzgeber beliehen wurde.
Und wenn wir über Zusatzversicherung und Pflegegeld reden: Eine Öffnung für die Freizügigkeit in Europa und damit meine ich wirklich Europa und nicht nur EU/EWR/Schweiz, verbindliche Regelungen für die Anwartschaft bei internationaler Berufstätigkeit.