Berufsunfähigkeitsschutz für Junge

„Den Gesundheitszustand ‚einfrieren‘ lassen“

In welchem Alter sollte ein Berufsunfähigkeitsschutz abgeschlossen werden? Möglichst früh, sagen Marktkenner – so auch Christian Monke von der Ratingagentur Franke und Bornberg. In Zeiten von voranschreitendem Schul- und Freizeitstress sei es ratsam, frühzeitig aktiv zu werden, sagt er im Interview mit Pfefferminzia – und erklärt, wie Makler die junge Zielgruppe erreichen können.
© Bernhard Huber - München
Christian Monke, Bereichsleiter Analyse bei Franke und Bornberg.

Pfefferminzia: Die Notwendigkeit einer Absicherung des Einkommens wird laut einer Umfrage der Agentur Youngcom! unter jungen Menschen kaum bestritten, doch es hapert an der eigenen Initiative. Wie sollten Makler mit dieser Problematik umgehen – zum Beispiel in der Ansprache?

Christian Monke: Zunächst einmal sollten Vermittler mit Fokus auf der Zielgruppe versuchen ihre jungen Kunden dort anzusprechen, wo sich diese überwiegend aufhalten: Im Internet und den sozialen Netzwerken. Ein Abholen der Interessenten kann dann über digitale Angebote auf der Maklerhomepage, wie beispielsweise personifizierbare Videoclips zum Thema Arbeitskraftsicherung, oder Chatfunktionen erfolgen.

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Welche Vorteile hat es, sich frühzeitig um einen Einkommensschutz zu kümmern?

Der Vorteil einer frühzeitigen Absicherung der finanziellen Folgen eines Arbeitskraftverlusts liegt zum einen in der statistisch belegten, niedrigeren Schadens-Eintrittswahrscheinlichkeit. Zum anderen sind Schulunfähigkeit und Studierunfähigkeit mit relativ günstigen Berufsgruppeneinstufungen belegt. In beiden Fällen winkt ein günstiger Beitrag, der – im Falle unveränderter Vertragsinhalte – über die gesamte Vertragslaufzeit erhalten bleibt.

Darüber hinaus basiert ein frühzeitiger Vertragsabschluss auf dem in der Regel noch unkritischen Gesundheitszustand der zu versichernden Person. Im Bereich der Kinderpolicen ist das bereits ab der sogenannten U2-Untersuchung nach dem dritten Lebenstag möglich. In Zeiten von voranschreitendem Schul- und Freizeitstress und deren Therapieformen sind alle Versorger gut beraten für ihre Schützlinge frühzeitig aktiv zu werden.

Gibt es auch Nachteile?       

Nachteile ergeben sich aus einem frühzeitigen Vertragsabschluss, außer einer verlängerten Pflicht zur Beitragszahlung, nicht.

Welche Trends stellen Sie in der Versicherungswirtschaft fest, wenn es um Produkte im Bereich der Arbeitskraftabsicherung für die junge Zielgruppe geht?

Zwei Absicherungsvarianten stehen für die aktuellen Trends: Zum einen sind das Kinderprodukte, die mit sogenannten BU-Optionen ausgestattet, wie bereits erwähnt, den Gesundheitszustand der versicherten Person bereits kurz nach der Geburt „einfrieren“ können und somit zu einem späteren Zeitpunkt zunächst in einen Schulunfähigkeitsschutz und dann in eine Studierunfähigkeits- beziehungsweise Berufsunfähigkeitsschutz umgewandelt werden können.

Und zum anderen?

Als zweiten Trend sehen wir Starter-Policen, die jungen Leuten durch die Steigerung des zu zahlenden Beitrags in einer oder mehreren Stufen einen günstigen Einstieg bei konstant hohem Versicherungsschutz bieten.

Nachversicherungsoptionen mit sogenannten ereignisunabhängigen beziehungsweise ereignisabhängigen Rentenerhöhungs-Auslösern ermöglichen es den Versicherten hier, ihren Versicherungsschutz ohne eine erneute Gesundheitsprüfung innerhalb vorgegebener Grenzen zu erhöhen. Das zum Beispiel nach Ablauf fest definierter Zeiträume wie 5, 10  oder 15 Jahre ab Vertragsanschluss geschehen oder durch neue lebensbegleitende Umstände, wie Beförderung, Heirat, Geburt eines Kindes oder den Hausbau.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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